Expedition Weltmeere
2. Oktober 2025 bis 6. April 2026
Etwa 70 % der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, davon sind 96,5 % Meerwasser. Die Weltmeere gelten als der Ursprung allen Lebens auf der Erde. Sie bieten Rohstoffe, Energie, Nahrung, Transportwege und funktionieren als Klimamaschine. Bereits seit 4000 Jahren nutzen Menschen die Wasserwege als globalen Highway und es mutet geradezu paradox an, dass wir heute über die Oberflächen von Mond und Mars mehr wissen als über die Weltmeere, deren Tiefen lediglich zu 5 % erforscht sind.
Das Thema Weltmeere bietet unzählige Betrachtungsperspektiven. Unsere kulturhistorische und immersive Ausstellung richtet den Fokus auf das lustvolle Erforschen und Erkunden unterschiedlicher Facetten der maritimen Welten sowie deren Transformationsprozesse. Wir konzentrieren uns auf drei große Themenschwerpunkte: Die Tiefsee mit ihren rätselhaften Lebenswelten und dem fragilen Ökosystem, die Weltmeere als umkämpfter Wirtschaftraum und Grundlage der Globalisierung und schließlich die Weltmeere als Sehnsuchtsort und Transferraum für Menschen und Ideen. Diese geheimnisvollen Gefilde waren schon immer eine Inspirationsquelle für Fantasie und Kreativität: Neben Originalobjekten aus Natur, Wissenschaft und Technik führen historische Kunstwerke und zeitgenössische Positionen die bedrohte Schönheit der maritimen Flora und Fauna vor Augen und animieren zum Nachdenken über die wechselvolle Beziehung zwischen Mensch und Meer.
Programm 2026
Was uns verbindet. Dimensionen sozialer Nachhaltigkeit – so lautet das Jahresthema 2026 der Bundeskunsthalle.
Damit stellt das Haus nach dem Themenjahr der ökologischen Nachhaltigkeit die soziale Verantwortung ins Zentrum seiner Programmarbeit und fragt, wie Kunst, Bildung, kultureller Austausch und gesellschaftlicher Dialog zu einem für alle gewinnbringenden Miteinander beitragen können.
Peter Hujar
Eyes Open in the Dark
27. Februar bis 23. August 2026
Der Fotograf Peter Hujar (1934–1987) war in den 1970er und 1980er Jahren eine zentrale Figur der New Yorker Downtown Szene. Sein Hauptinteresse galt der Porträtfotografie. Er fotografierte seine Freund*innen, Liebhaber und Menschen seiner Umgebung mit einer eindrucksvollen Intimität und emotionalen Tiefe. In seinen Werken, die auch Tier-, Landschafts- und Architekturmotive einschließen, zeigt sich Hujar als empfindsamer Chronist einer Zeit der gesellschaftlichen und sexuellen Veränderungen.
Als Peter Hujar an einer AIDS-bedingten Lungenentzündung starb, war sein Werk weitgehend unbekannt. Heute jedoch zählt er zu den wichtigen Fotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die Ausstellung wurde ursprünglich organisiert von Raven Row mit Dank an die Peter Hujar Foundation. In Partnerschaft mit der Bundeskunsthalle zeigt der Gropius Bau, Berlin vom 19. März bis 28. Juni 2026 Peter Hujar / Liz Deschenes: Persistence of Vision.
Amazônia
Indigene Welten
13. März bis 9. August 2026
Amazônia. Indigene Welten gibt den indigenen Völkern des Amazonasgebiets eine Stimme und bietet einen neuen Blick auf diese Region, die oft auf das Klischee einer exotischen, von der heutigen Welt abgekoppelten Gesellschaft reduziert wird. Dabei ist Amazonien ein lebendiges Ganzes aus dichten Netzwerken, interkulturellem Austausch und einer erweiterten Soziabilität zwischen Hunderten von indigenen Völkern. Die Ausstellung mit ihren ca. 400 Exponaten legt einen Schwerpunkt auf die Konzepte von Schöpfung, Gemeinschaft und Zukunftsperspektiven aus der Sicht der Bewohner*innen.
Sex Work
Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit
2. April bis 25. Oktober 2026
Die Geschichte der Sexarbeit lässt sich von der Antike bis in die Gegenwart verfolgen. Welches Menschenbild die Zeit prägte, welche Werte galten und wer Macht ausübte, lässt sich auch daran ablesen, wie gesellschaftlich mit Sexarbeit umgegangen wurde. Sexarbeit bedeutete in manchen Zeiten für Frauen eine von wenigen Möglichkeiten, selbständig Einkommen zu generieren. In der bildenden Kunst spielten Hetären, Dirnen, Kurtisanen und Nackttänzerinnen lange Zeit vorrangig eine motivische Rolle, wurden allenfalls als Musen wahrgenommen. Dass sie auch eine schöpferische, künstlerische Rolle einnehmen, ist eine Perspektive, die hier sichtbar gemacht wird. Gemeinsam mit einem Kollektiv forschender Sexarbeiter*innen wird in der Bundeskunsthalle Kunst, Kulturgeschichte und Archivmaterial präsentiert, orientiert an einem zentralen Prinzip: Nichts über uns ohne uns!
Sex Work. Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit ist eine Weiterentwicklung der Ausstellung With Legs Wide Open – Ein Hurenritt durch die Geschichte, Schwules Museum Berlin, 2024
Interactions 2026
1. Mai bis 1. November 2026
Mit den Interactions 2026 werden wieder ausgewählte Kunstwerke und Performances angeboten, die im Außenraum der Bundeskunsthalle zum interaktiven Spiel einladen. Alle Werke bzw. Projekte beinhalten eine eigene Erzählung oder Vision, die es neben der Interaktion zu entdecken gilt. Sie machen deutlich, dass Offenheit sowohl dem individuellen als auch dem gemeinsamen Erleben dient und ein Miteinander, Toleranz und Sensibilität fördert.
NIE WIEDER!
Gegen das Vergessen der NS-Verbrechen
9. Oktober 2026 bis 2. Mai 2027
Der Kulturherbst wird mit einem Thema eröffnet, das dringlicher nicht sein könnte. Wie steht es um die Erinnerungskultur und Gedenkpolitik in Deutschland? In den kommenden Jahren wird es kaum noch Überlebende des Holocaust und andere Opfer des NS-Regimes geben, die über ihre Erlebnisse berichten könnten. Aber sie hinterlassen ihre Zeugnisse in Büchern, Tonaufnahmen, Filmen und eigenen Kunstwerken. NIE WIEDER! Gegen das Vergessen der NS-Verbrechen widmet sich der sich verändernden Erinnerungskultur in Bezug auf die Verbrechen des Nationalsozialismus. Die Ausstellung untersucht vor allem mit Mitteln der Kunst und digitaler Medien sowie mit historischen Zeugnissen und Objekten verschiedene Methoden des Gedenkens.
Mit freundlicher Unterstützung
Avant-Guardistas
Lateinamerikanische Künstlerinnen von Frida Kahlo bis heute
4. Dezember 2026 bis 29. März 2027
In den Jahresendspurt geht die Bundeskunsthalle mit einer große Überblicksschau, die erstmals in Europa zentrale Werke von mehr als 60 Künstlerinnen aus Lateinamerika von Mexiko bis Argentinien vereint. Lateinamerikanische Künstlerinnen. Von Frida Kahlo bis heute spannt einen großen Bogen über mehr als ein Jahrhundert, der berühmte Künstlerinnen mit solchen vereint, die über die Jahrzehnte in Vergessenheit geraten sind. Die Ausstellung geht den eigenständigen künstlerischen Sprachen auch in ihrer Bedeutung für kulturelle Identitäten und Prozesse der (weiblichen) Selbstermächtigung nach.
Rückschau
Ausstellungsarchiv (1992 – Heute)
Sie blicken gern zurück und interessieren sich für die zurückliegenden Ausstellungen der Bundeskunsthalle? In unserem Archiv finden Sie hierzu eine nach Jahrgängen sortierte Liste. Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern!