AUSSTELLUNGEN

Die Bundeskunsthalle hat geschlossen
voraussichtlich bis zum 31. Januar 2021

Entsprechend der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen hat die Bundeskunsthalle voraussichtlich bis zum 31. Januar 2021 geschlossen.

Die Schließung beinhaltet, dass alle geplanten Veranstaltungen, Führungen und Vermittlungsprogramme in dem angegebenen Zeitraum nicht stattfinden.

Aktuelle Informationen finden Sie auf unserer Website und unseren Social-Media-Kanälen.

Julius von Bismarck
Feuer mit Feuer

4. September 2020 bis 24. Januar 2021

„Ich ziehe meine Inspiration aus der Wissenschaft und arbeite künstlerisch“, sagt Julius von Bismarck über seine Werkstrategie. Immer auf der Suche nach anderen Formen der Wahrnehmung, erforscht er mit künstlerischen Mitteln Mensch, Natur und Technologie. So setzte er sich auf einer rasant rotierenden Scheibe, seinem Egocentric System, den Fliehkräften aus, um auf diese Weise die eigene und unsere Wahrnehmung zu hinterfragen und zu manipulieren. Für seine Arbeit Punishment peitschte der 36-jährige Künstler in Rio de Janeiro das Meer, in New York die Freiheitsstatue sowie die Berge in den Alpen. In den USA ging er auf Hurrikan-Jagd oder fing in Venezuela Blitze ein, um die Ästhetik der Naturgewalten zu untersuchen. So verheerend und gewaltig Naturkräfte auch sind, nehmen wir in seinen Werken auch eine grenzenlose Schönheit in der Katastrophe wahr. In der Ausstellung wird sein künstlerisches Erforschen von Waldbränden in einer multimedialen Installation, Sound und Skulpturen visualisiert. Bilder unseres Unterbewusstseins werden damit hervorgerufen und die „Psychoanalyse des Feuers“ bildgewaltig dargestellt.

Max Klinger
und das Kunstwerk der Zukunft

16. Oktober 2020 bis 31. Januar 2021

Der Pionier des deutschen Symbolismus Max Klinger (1857–1920) gehörte zu den prominentesten und zugleich umstrittensten Künstlerpersönlichkeiten der internationalen Kunstszene um 1900. Sein Werk umfasst Gemälde, Skulpturen und ein reiches grafisches Œuvre. Angeregt von Richard Wagner strebte Klinger die Überwindung von Gattungsgrenzen im Sinne eines Gesamtkunstwerks an, in dem Malerei, Plastik, Grafik, Architektur – möglichst auch Musik – zu einer harmonischen Einheit verschmelzen. Mit seiner „originellen Phantastik“ und technisch virtuosen Bildfindungen im Bereich der Druckgrafik erntete Max Klinger bereits früh große Bewunderung. In seinen Gemälden und Skulpturen wandte er sich von der akademisch-idealisierenden Figurenaufassung ab, hin zu einer damals schockierenden Darstellung des nackten menschlichen Körpers. Damit trug Klinger wesentlich zur Formulierung eines modernen Menschenbildes in der Kunst bei.
Im Mittelpunkt der Ausstellung, die rund 200 Werke aus allen Schaffensbereichen Klingers umfasst, steht die monumentale Beethoven-Skulptur von 1902. Dieses Ausnahmewerk gilt als Höhepunkt der spätromantischen Beethoven-Verehrung und bildet einen spektakulären Beitrag zum Jubiläumsjahr BTHVN 2020.

In Kooperation mit dem Museum der bildenden Künste Leipzig

Hannah Arendt
und das 20. Jahrhundert

Voraussichtlich 2. Februar bis 21. März 2021

Das 20. Jahrhundert ist ohne Hannah Arendt gar nicht zu verstehen.
Amos Elon, Journalist und Schriftsteller

Hannah Arendt (1906–1975) war eine der bedeutendsten politischen Denkerinnen ihrer Epoche. Kontrovers und eigensinnig nahm sie Stellung zu Ereignissen ihrer Zeit. In ihren Urteilen folgte sie keiner Tradition oder politischen Richtung. „Denken ohne Geländer“, nannte sie das.
Die aus dem nationalsozialistischen Deutschland geflüchtete jüdische Publizistin prägte maßgeblich zwei zentrale Begriffe: „Totale Herrschaft“ und „Banalität des Bösen“. Sie schrieb über Antisemitismus, die Lage von Flüchtlingen, den Eichmann-Prozess, den Zionismus, das politische System und die Rassentrennung in den USA sowie die Studentenproteste und den Feminismus.
Keines der Themen ist abgeschlossen. So zeigt die Ausstellung ein Leben und Werk, das die Geschichte des 20. Jahrhunderts spiegelt und bis heute voller Sprengkraft ist. Die Präsentation ist keine biografische, sondern beleuchtet Arendt als öffentliche Intellektuelle: die Kontroversen, die sie führte, die Einsichten, die sie hervorbrachte, die Irrtümer, denen sie unterlag. Immer wieder fordern Hannah Arendts Thesen auch in aktuellen politischen Zusammenhängen unser eigenes Urteilsvermögen heraus, gerade in einer Zeit, in der die Demokratie an vielen Orten der Welt Gefahr läuft, unterwandert zu werden.

Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums in Kooperation mit der Bundeskunsthalle

Hinweis

Die für ab Mitte Dezember geplante Ausstellung Jerusalem. Sehnsucht nach der Heiligen Stadt  muss leider aus dem Programm genommen werden. Die andauernden Auswirkungen der Covid 19-Pandemie in zahlreichen Ländern lassen eine weitere Planung dieser auf wichtigen internationalen Leihgaben basierenden Ausstellung nicht zu.
Aus gleichem Grund wurde die Ausstellung Dress Code. Das Spiel mit der Mode von Ende Oktober 2020 auf voraussichtlich 26.03. – 18.07.2021 verschoben.

Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne
Das Original

26. Februar bis 23. Mai 2021

In den 1920er Jahren entwickelte der Kunst- und Kulturwissenschaftler Aby Warburg seinen Bilderatlas Mnemosyne. Für dieses Projekt studierte er die motivischen Wechselwirkungen zwischen Kunstwerken aus der Antike und der Renaissance bis hin zur Gegenwartskultur. Um die historisch immer wiederkehrenden visuellen Themen und Muster erkennbar zu machen, stellte Warburg in seinem Atlas Abbildungen historischer Kunstwerke aus dem Nahen Osten und Europa neben zeitgenössische Zeitungsausschnitte und Werbeanzeigen.
Seine Methode setzte neue Maßstäbe: Motive und Darstellungen wurden erstmals epochenübergreifend betrachtet. Seine Arbeit überschritt die Fachgrenzen zwischen Kunstgeschichte, Philosophie und Anthropologie und war grundlegend für die heutigen Disziplinen der Bild- und Medienwissenschaften.
Warburgs Ansatz bietet bis heute große Inspiration und alternative Routen für unsere visuell und digital dominierte Welt. Auf 63 großen Tafeln zeigt die Ausstellung erstmals und nahezu vollständig, die letzte dokumentierte Version des Atlas mit Warburgs originalem Bildmaterial.

Kuratiert von Axel Heil und Roberto Ohrt mit dem Warburg Institute, in Zusammenarbeit mit der Bundeskunsthalle.
Produziert vom Haus der Kulturen der Welt, Berlin

Dress Code
Das Spiel mit der Mode

Voraussichtlich 26. März bis 18. Juli 2021

Wie haben Sie die Kleidung ausgewählt, die Sie heute tragen? Ob Designer-Kleid oder Jeans, Anzug, Jogginghose oder Uniform – jede Kultur, Epoche und gesellschaftliche Gruppe hat ihre eigenen Dress Codes. Sie geben den Rahmen vor, aber seine Ausgestaltung bestimmt jeder Mensch ganz individuell.
Die Erfolgsausstellung aus Japan präsentiert erstmals in Europa Mode als Spiel, das Kleidung als wichtiges Instrument zur Darstellung unserer Persönlichkeit unterstreicht. Gezeigt werden Modeklassiker und ihre fantasievolle Weiterentwicklung als Streetwear. Zeitgenössische Mode stilbildender Designer wie Giorgio Armani, Chanel, Comme des Garçons, Issey Miyake, Burberry oder Louis Vuitton, die darüber hinaus mit zeitgenössischer Kunst in einen aufschlussreichen Dialog gebracht wird. Und sie verhandelt Mode zwischen zwei Polen – den Akteuren und den Zuschauern, dem Individualisten und dem Konformisten. Mode wird hier zu einem kommunikativen Spiel, das uns zu einem neuen Verständnis über die Art und Weise führen soll, wie wir uns mit der Mode auseinandersetzen.
Ergänzend zur Ausstellung in Bonn konzipiert die Bundeskunsthalle für die Südgalerie ein Fashion Lab, welches die Themen der Ausstellung vertieft und viele partizipative Elemente enthält. Während sich die Ausstellung überwiegend analog präsentiert, werden im Fashion Lab auch digitale Elemente implementiert, die den Facettenreichtum von Mode sinnlich erfahrbar machen.

Eine Ausstellung des National Museum of Modern Art, Kyoto, und des Kyoto Costume Institute in Kooperation mit der Bundeskunsthalle.

Methode Rainer Werner Fassbinder
Eine Retrospektive

Voraussichtlich 21. Mai bis 19. September 2021

Rainer Werner Fassbinder (1945–1982) war der wichtigste Vertreter des Neuen Deutschen Films. Die Ausstellung präsentiert ein umfassendes Porträt des großen deutschen Filmemachers im Spiegel seiner Zeit. Wie kaum ein anderer prägte und inspirierte er das intellektuelle Nachkriegsdeutschland. Seine kreative Unangepasstheit und künstlerische Radikalität ließen legendäre Filme und Serien wie Angst essen Seele auf, Die Ehe der Maria Braun, Acht Stunden sind kein Tag oder Berlin Alexanderplatz entstehen. Durch seine schnelle Arbeitsweise war Fassbinder in seinem kurzen Leben äußerst produktiv: Er schrieb, drehte oder inszenierte über 40 Spielfilme und 25 Theaterstücke. In seinen Filmen beschäftigte er sich in einer Synthese von rigoroser Subjektivität und gesellschaftlicher Analyse immer wieder mit der deutschen Geschichte und dem aktuellen Zeitgeschehen. Sein schon zu Lebzeiten kontrovers diskutiertes Werk hat nichts von seiner Lebendigkeit und Bedeutung verloren. Fassbinders Arbeiten und seine Biografie werden in der Ausstellung anschaulich mit der damaligen deutschen Lebensrealität verknüpft.

Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle in Zusammenarbeit mit dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main, und der Rainer Werner Fassbinder Foundation, Berlin

Beuys – Lehmbruck
Denken ist Plastik

25. Juni bis 1. November 2021

Es gibt nicht viele Künstler, die in der Geschichte der Kunst einen so nachhaltigen Umbruch verursacht haben wie Joseph Beuys. Das freiheitliche Potenzial der Kunst auf jeglichen Bereich des Lebens zu übertragen, stand im Zentrum seiner Überlegungen. Im Jahr 1986 erhält Joseph Beuys den Wilhelm-Lehmbruck-Preis. In seiner Dankesrede betont er die Bedeutung, die die Kunst des expressionistischen Bildhauers für ihn hatte. Er beschreibt, wie ihn die Begegnung mit Lehmbrucks Werk überhaupt zur Kunst geführt hat, und zieht eine Verbindungslinie bis hin zur Entwicklung seiner eigenen Theorien. Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys geht die Ausstellung diesem Gedanken nach und widmet sich dem Werk der beiden Künstler.

In Kooperation mit dem Lehmbruck Museum, Duisburg

Parallel dazu: LEHMBRUCK – BEUYS. Alles ist Skulptur
6. Juni bis 17. Oktober 2021 im Lehmbruck Museum, Duisburg

Die Ausstellungen sind Teil des Jubiläumsjahrs »beuys 2021. 100 jahre joseph beuys«

Sammlung Hoffmann

Voraussichtlich 10. September 2021 bis 23. Januar 2022

Mit rund 200 hochkarätigen Werken aus Malerei, Fotografie, Zeichnung, Skulptur, Installation, Film- und Videokunst präsentiert die Bundeskunsthalle einen umfangreichen Überblick moderner Kunst aus der bedeutenden Privatsammlung von Erika und Rolf Hoffmann. Erste Ankäufe unternahm das Ehepaar Hoffmann bereits in den 1960er Jahren, vornehmlich direkt bei Künstlerinnen und Künstlern, mit denen sie von Beginn an einen intensiven Dialog pflegten.
Die Ausstellung zeigt nun einen Überblick der Sammlung in ihrer ganzen Individualität, Subjektivität und auch Privatheit – so bezeichnet Erika Hoffmann die Werke doch auch als „Familienmitglieder“. Die medienübergreifende Präsentation entwickelt überraschende Korrespondenzen, welche die Besucher*innen intellektuell und emotional stimulieren. So spiegelt die Präsentation existenzielle und philosophische Fragen, die – visualisiert durch die Werke von Künstlern wie Christian Boltanski, Isa Genzken, Georg Herold, Heinz Mack, Ernesto Neto, Marcel Odenbach, Pipilotti Rist, Matthew Ritchie, Frank Stella, Wolfgang Tillmans, Andy Warhol, Franz West – eine zeitlose Gültigkeit in unserer Gesellschaft haben.

Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Das Gehirn

Voraussichtlich 29. Oktober 2021 bis 20. März 2022

Das Gehirn ist eines der letzten großen Rätsel des menschlichen Körpers. Was haben wir eigentlich im Kopf, und wie stellen wir uns die Vorgänge im Gehirn vor? Ist unser Ich etwas anderes als unser Körper, und wie machen wir uns einen Reim auf die Welt um uns herum? Wie sieht das Gehirn der Zukunft aus: Werden wir zu computergestützten Cyborgs? Es bedarf der Zusammenarbeit vieler Disziplinen, um sich diesen Fragen zu nähern. Die Hirnforschung liefert uns fortwährend aktuelle Erkenntnisse, steht aber auch noch vor vielen ungelösten Fragen. Die Kunst kann dabei helfen, frei über Denken und Fühlen, Bewusstsein und Wahrnehmung, Erinnerung und Traum nachzudenken. Assoziativ verbundene Werke aus Kunst und Kulturgeschichte treffen in dieser Ausstellung auf wissenschaftliche Forschung, um das menschliche Gehirn – wie ein unbekanntes Territorium – zu erkunden und besser verstehen zu lernen.

Bundespreis für Kunststudierende

25. Bundeswettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
12. November 2021 – 30. Januar 2022

Alle zwei Jahre stellen sich die 24 Kunsthochschulen Deutschlands dem großen Bundeswettbewerb und schicken jeweils zwei ihrer besten Studierenden ins Rennen. Aus den Nominierten wählt eine Fachjury bis zu acht Preisträger*innen aus.
In der Ausstellung bespielen die Gewinner*innen jeweils einen Raum mit ihren Werken. Stellvertretend präsentieren sie die hohe Qualität und Vielfalt der künstlerischen Produktion, die an den deutschen Kunsthochschulen aktuell entsteht. Das Spektrum reicht von Performances mit und ohne Publikumsbeteiligung über Film und Installationen bis hin zu klassischen Medien wie Zeichnung, Malerei und Skulptur. So fördert der Bundeswettbewerb gezielt herausragende Studierende und ermöglicht ihnen, professionelle Ausstellungserfahrung zu sammeln und Kontakte mit dem Kunstbetrieb zu knüpfen.

Quellennachweise anzeigen
Abbildungen
  1. Julius von Bismarck, Feuer mit Feuer, 2020, Courtesy the artist; alexander levy, Berlin; Sies + Höke, Düsseldorf and Marlborough Gallery, London/New York © the artist / VG Bild-Kunst, Bonn 2020
  2. COMME des GARÇONS/Rei Kawakubo, Spring/Summer 2018, Collection of The Kyoto Costume Institute, photo by Takashi Hatakeyama
  3. Max Klinger, Beethoven (Ausschnitt), 1902, und Die neue Salome (Ausschnitt), 1893, Museum der bildenden Künste Leipzig Foto: © InGestalt/Michael Ehritt
  4. Hannah Arendt an der University of Chicago, 1966 © Art Resource New York, Hannah Arendt Bluecher Literary Trust
  5. Ausstellungsansicht © Silke Briel / HKW
  6. Rainer Werner Fassbinder mit Kameramann Michael Ballhaus bei den Dreharbeiten zu WARNUNG VOR EINER HEILIGEN NUTTE, BRD 1970/71 © DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main / Sammlung Peter Gauhe, Foto: Peter Gauhe
  7. Composing mit: Porträt Joseph Beuys, Paris, ca. 1985, Fotografie, © imago images / Leemage und Wilhelm Lehmbruck, Große Kniende, 1911, Lehmbruck-Nachlass, Lehmbruck-Museum, Duisburg, © akg-images / CDA / Guillot
  8. Erika und Rolf Hoffmann, Berlin 1997, mit Felix Gonzalez-Torres Untitled (Arena), 1993, und Untitled (for Parkett), 1994, Schenkung Sammlung Hoffmann, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Courtesy Sammlung Hoffmann, Berlin
  9. Faser Traktographie Bild des menschlichen Gehirns © Scott Camazine / Alamy Stock Foto.
  10. Carsten Saeger, Rehearsal for Lumumba: Resonance 2019, Foto: Laurin Schmid © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

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53113 Bonn
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