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Doppelleben

Bildende Künstler*innen machen Musik

23. Juni bis 18. Oktober 2020

Doppelleben rückt Künstler*innen in den Fokus, die neben ihrem bildnerischen auch ein musikalisches Werk haben, also Musik schreiben, aufführen, produzieren oder sich an Bandprojekten beteiligen. Seit der frühen Moderne gewinnt dieses Phänomen zunehmend an Bedeutung – bis zur aktuellen Situation, in der  auffallend viele bildende Künstler*innen zugleich musikalisch aktiv sind. Die Ausstellung verfolgt diese Entwicklung durch das gesamte 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Mit der zunehmenden Öffnung der Gattungsgrenzen entwickeln Künstler*innen mehr und mehr das Selbstbewusstsein, sich nicht auf ihr angestammtes Terrain zu beschränken, sondern den jeweils spezifischen Intentionen eines Werkes entsprechend aus dem breiten Spektrum der künstlerischen Medien zu wählen. Der Musik wenden sie sich deshalb gerne zu, weil die bildende Kunst selbst bereits vielfach Eigenschaften angenommen hat, die der Musik von vornherein innewohnen. Dazu zählen performative Herangehensweisen ebenso wie verschiedene Formen der Zusammenarbeit oder kollektiven Autorenschaft. Auch sucht die bildende Kunst zunehmend einen unmittelbareren Kontakt zum Publikum und versteht Kunstproduktion wie -rezeption vermehrt als Formen gemeinschaftlicher Erfahrung und sozialer Kommunikation.

Die Entscheidung für die Musik bedeutet allerdings oft mehr als nur einen Medienwechsel. Öffentliche Musikauftritte oder die Produktion von Tonträgern bringen auch andere Arbeitsbedingungen und -orte sowie ein anderes Publikum mit sich. Der einem Buch Jörg Heisers entlehnte Ausstellungstitel Doppelleben ist in diesem Sinne zu verstehen. Tatsächlich kann die Art, wie einzelne Künstler*innen die beiden Bereiche auseinanderhalten oder verschränken, sehr unterschiedlich sein. Bei manchen ist die Tätigkeit in beiden Feldern allgemein bekannt, während andere in jedem Bereich eine eigene Fangemeinde haben – ein breites Spektrum mit vielen Zwischentönen.

Die Zusammenschau in dieser Ausstellungmacht bewusst, welche Impulse bildende Künstler*innen  der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts geliefert haben. Sucht man ab dem ausgehenden 19. Jahrhunder generell nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten durch Erweiterung des Klangspektrums und Aufbrechen von tradierten Konventionen hinsichtlich Tonalität, Harmonie oder Rhythmik, gehen bildende Künstler*innen als Außenseiter*innen und oft sogar Dilettant*innen in diesem Feld dabei oft unverfrorener und damit radikaler vor, da sie e von den Traditionen und Regeln dieser Disziplin weniger belastet sind.. Das gilt für das Komponieren mittels Zufallsprinzip ebenso wie für die Entwicklung der Geräusch- und Lärmmusik. Bildende Künstler*innen haben schon früh Prinzipien der späteren Minimal wie auch der Drone Music angewandt oder waren mit ihrem bewussten Regelbruch in Genres wie Jazz oder Rock Wegbereiter*innen für die Bad-Strategien von Punk und „Dilettanten“-Musik. Auch im vielfältigen und divergenten Spektrum des aktuellen Musikschaffens spielen ihre Ansätze eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Desinfizierte Kopfhörer können Sie kostenfrei in der Ausstellung leihen. Sie können aber auch Ihre eigenen Kopfhörer mit dem üblichen 3,5 mm Klinkenstecker benutzen.

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Eintritt und Tickets im Vorverkauf

Ohne Stopp an der Kasse direkt in die Ausstellung:
Print@home-Zeitfenster-Tickets inkl. VRS-Fahrausweis

9,80 €/ermäßigt 6,40 €

Eintritt frei bis einschließlich 18 Jahre
Happy-Hour-Ticket: 7 € für alle Ausstellungen (jeweils 2 Std. vor Schließung, nur für Individualbesucher).
Es werden auch Kombikarten zum Besuch aller zeitgleich in der Bundeskunsthalle stattfindenden Ausstellungen angeboten. Weitere Informationen zu den Eintrittspreisen

Literatur zur Ausstellung in der Bibliothek

Fotografieren

Das Fotografieren und Filmen ist in dieser Ausstellung aus rechtlichen Gründen leider nicht erlaubt. Wir bitten dies zu respektieren.

Quellennachweise anzeigen
Abbildungen
  1. Ausstellungsansicht Doppelleben. Bildende Künstler*innen machen Musik (Ausschnitt und Collage), mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Foto: Klaus Pichler © mumok
  2. Ausstellungsansicht, Rechts: Destroy all Monsters, That's my Ideal, 1971–1976/1995, Links: Throbbing Gristle, Live at Oundle School, 1980, Foto: Laurin Schmid, 2020 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
  3. Mitte: GRAF+ZYX, 1983, re.: v.l.n.r.: Les Reines Prochaines, Albert Oehlen, Laibach, li: v. l. n. r.: Stephen Prina, The Statics, Jutta Koether, F.S.K.,Foto: Laurin Schmid © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
  4. Les Reines Prochaines, Das zornige Lamm, 1989, Markus Oehlen, Eins und Eins, 1984. Pas Paravant, Töne und Gegentöne, 1983, Laibach, Geburt einer Nation, 1987, Foto: Laurin Schmid © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
  5. Links: Christian Ludwig Attersee, Rampi Rampi, um 1975, rechts, v.n.h: Hanne Darboven, Opus 17 a, 1984, Tony Conrad, 1998, Gerhard Rühm, eintonstück, 1952, Foto: Laurin Schmid © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
  6. Von links: Die Tödliche Doris, 1985, The Pop Rivets, 1977 Rechts: The Alma Band bei der Matinee von Christian Ludwig Attersee, 1984, Foto: Laurin Schmid © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
  7. Ausstellungsansicht, Selten gehörte Musik, Konzert, Lenbachhaus München, Mai 1974, Foto: Laurin Schmid, 2020 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
  8. V.l.n.r: Gerhard Rühm, eintonstück, 1952, Hermann Nitsch, Sinfonie, 1985, Charlemagne Palestine, Golden Mean for Two Pianos, 1976, Phill Niblock, 2014, Foto: Laurin Schmid © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
  9. Ausstellungsansicht, links: The Red Krayola with Art & Language, Neun grobe und offensichtliche Fehler, 1976, Mitte, Yoko Ono, Gesangsstück für Sopran, 1961, Foto: Laurin Schmid, 2020 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

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